Wirtschaft und Rohstoffe
Als ich mit Goodgame Empire angefangen habe, dachte ich, das Spiel gewinnt, wer die meisten Soldaten hat. Es hat ziemlich lange gedauert, bis mir klar wurde, dass es genau andersherum ist – es gewinnt, wer eine Wirtschaft hat, die diese Soldaten endlos nachliefern kann. Rohstoffe sind das Blut deiner Burg: Ohne sie baust du keine neue Mauer, rekrutierst keine Einheiten und hältst die Verteidigung nicht, wenn dir die Raubritter vor den Mauern stehen. Holz, Stein, Nahrung und Münzen sind die vier Säulen, auf denen alles andere steht. Ich habe aufgeschrieben, wie du sie produzierst, wie du sie lagerst und vor allem, welche Anfängerfehler dich bremsen, ohne dass du es merkst. Die meisten davon habe ich nämlich selbst durchgemacht.
Die vier Rohstoffe und wofür du sie wirklich brauchst
Holz und Stein sind deine Bauwährung. Fast jedes Gebäude und jeder Ausbau von Burgmauer, Tor, Türmen oder Burghof verschlingt Berge von beidem, also gewöhn dich an sie wie ans tägliche Brot. Nahrung ist ein anderer Fall – die gibst du nicht einmalig aus, sondern sie wird laufend verbraucht, je nachdem, wie viele Soldaten du hast. Eine große Armee frisst deine Vorräte schneller weg, als du erwartest, und wenn deine Nahrung ins Minus rutscht, fangen die Einheiten an zu desertieren. Münzen sind dein Bargeld fürs Rekrutieren und für Einkäufe auf dem Markt.
Aus meiner Erfahrung läuft es ungefähr so: Holz und Stein fehlen dir ständig, die Nahrung holt dich erst mit wachsender Armee ein, und die Münzen gehen am schnellsten weg, wenn du in großem Stil rekrutierst. Ich habe lange nur auf den Rohstoff geschaut, der mir gerade ausging, und dann hat mich immer ein anderer überrascht. Behalte alle vier gleichzeitig im Blick, das spart dir eine Menge Nerven.
Die Lager sind der größte stille Killer deines Wachstums
Diesen Fehler macht fast jeder neue Spieler, und ich war keine Ausnahme. Lager haben eine feste Kapazität, und wenn du sie bis zum Maximum füllst, fällt jede weitere Produktion ins Leere – du produzierst und hast nichts davon. Du gehst für ein paar Stunden zur Arbeit oder legst dich schlafen, die Burg läuft dir inzwischen über, und Stunden an Produktion sind weg. Mir ist das vor allem an Wochenenden passiert, wenn ich erst abends an den Rechner kam und morgens festgestellt habe, dass ich einen halben Tag lang in die Luft produziert hatte.
Deshalb: Halte die Stufe deiner Lager mit der Stufe deiner Produktion im Gleichschritt. Bevor du dich für längere Zeit ausloggst, gib die angesammelten Rohstoffe entweder für Gebäude und Ausbauten aus oder rechne damit, dass du mehr Kapazität brauchst. Lager schützen außerdem einen Teil deiner Rohstoffe vor Plünderung, wenn dich jemand angreift – ein weiterer Grund, sie nicht zu unterschätzen. Die Regel, nach der ich mich bis heute richte, ist einfach: Einen produzierten Rohstoff entweder verbrauchen oder einlagern, aber niemals überlaufen lassen.
Wie du die Produktion steigerst und wo du nicht sparen solltest
Produktionsgebäude – Holzfäller für Holz, Steinbrüche für Stein, Bauernhöfe für Nahrung – sind dein Grundeinkommen. Bau sie so früh wie möglich und vor allem: Baue sie aus. Eine höhere Gebäudestufe bringt dir mehr Rohstoff auf demselben Platz, und das ist immer besser als zehn Gebäude auf Stufe eins. Ich persönlich hätte lieber weniger Gebäude auf höherer Stufe als eine zugepflasterte Fläche, bei der nichts rumkommt.
Die zweite Sache, die Anfänger unterschätzen, sind die Boni durch Dekorationen und durch umliegende Gebäude. Platziere deine Produktionsgebäude so, dass du diese Produktionsboni ausnutzt, statt damit die ganze Burg zuzupflastern. Bei der Nahrung vergiss die Taverne oder Gebäude nicht, die die öffentliche Ordnung erhöhen – zufriedene Bewohner arbeiten besser. Ich bin mir nicht 100 % sicher, wie genau dieser Bonus im Hintergrund berechnet wird, aber den Unterschied in der Produktion habe ich bei mir deutlich gesehen.
Und sobald du eine zweite Burg oder einen Außenposten freischaltest, betrachte ihn als weitere Produktionsbasis, nicht nur als militärische Stellung. Mehr Burgen = mehr Rohstoff-Slots = stärkere Wirtschaft.
Ihr fragt oft, ob zuerst das Lager oder die Produktion dran ist
Das schreibt ihr mir immer wieder – soll ich zuerst das Lager ausbauen oder den Holzfäller? Ehrlich gesagt ist das meiner Meinung nach kein Entweder-oder. Wenn du die Produktion ausbaust und das Lager klein bleibt, läuft es nur schneller über. Wenn du das Lager ausbaust und die Produktion schwach ist, brauchst du eine Woche, um es zu füllen. Ich versuche, beides ungefähr im Gleichschritt zu halten, und entscheide danach, wie oft ich zum Spielen komme. Wenn ich weiß, dass ich den ganzen Tag weg bin, hat das Lager Vorrang. Wenn ich ständig im Spiel sitze, baue ich eher die Produktion aus, weil ich die Rohstoffe sowieso sofort ausgebe. Wie machst du das? Schreib mir ruhig, wenn bei dir etwas anderes funktioniert.
Ausgewogene Wirtschaft und Handel auf dem Markt
Es bringt nichts, ein vollgestopftes Holzlager zu haben, wenn dir der Stein jedes Bauvorhaben bremst. Beobachte, welcher Rohstoff dich gerade am meisten einschränkt, und investiere dort in die Produktion. Die meisten Gebäude wollen Holz und Stein in einem ähnlichen Verhältnis, also halte sie ungefähr ausgeglichen.
Wenn dir trotzdem ein Rohstoff übrig bleibt und ein anderer fehlt, gibt es den Markt – den Überschuss verkaufst du und kaufst für die Münzen dazu, was du brauchst. Der Händler transportiert außerdem Waren zwischen deinen Burgen, du kannst also Rohstoffe von dort, wo du genug davon hast, dorthin verschieben, wo du gerade baust. Und lass deine Münzen nicht unnötig herumliegen. Wenn es nichts zu rekrutieren und nichts zu kaufen gibt, investiere sie in die Wirtschaft, damit sie weiterarbeiten. Faule Münzen im Lager bringen dir überhaupt nichts.
Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Erster Fehler: eine Riesenarmee rekrutieren ohne Nahrungsgrundlage. Bevor du mehr Einheiten anwirbst, stell sicher, dass deine Bauernhöfe ihren Unterhalt decken. Sonst laufen dir die Soldaten davon, und das Geld fürs Rekrutieren war für nichts. Das habe ich am eigenen Leib erfahren, und es hat wehgetan.
Zweiter Fehler: nur Produktionsgebäude bauen und null Verteidigung. Raubritter und Nachbarn plündern dir dann regelmäßig die Lager, und du fängst immer wieder bei null an. Hab Mauern, ein Tor und wenigstens ein paar Bogenschützen auf den Türmen, bevor du große Vorräte ansammelst.
Dritter Fehler: überlaufende Lager ignorieren, davon war oben schon die Rede.
Vierter: komplett ohne Allianz spielen. Eine gute Allianz hilft dir mit Rohstoffen, stärkt deine Verteidigung und bringt dir vor allem bei, was nicht funktionieren wird. Ich habe in der Allianz mehr gelernt als aus jedem Guide, diesen hier eingeschlossen.
Und der letzte: Rubine für Kleinkram ausgeben. Heb dir die Rubine für Dinge auf, die deine Wirtschaft wirklich beschleunigen – nicht für den sofortigen Nachkauf von ein paar Stück Holz, die du dir in Kürze sowieso selbst produzierst.
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